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10.2005 Pressemitteilung "Dicke Luft" IG Passivhaus

Oktober 2005

Passivhäuser: Hoher Komfort bei niedrigsten Energiekosten

 

Passivhäuser benötigen weniger als zehn Prozent der Heizwärme eines durchschnittlichen Gebäudes im Bestand. Das sind umgerechnet 1,5 l Heizöl pro Quadratmeter im Jahr. Voraussetzung dafür ist ein besonders guter Wärmeschutz der Gebäudehülle, verbesserte Fenster und eine aus­gefeilte Wohnungslüftung. Passivhäuser können auf eine aufwändige Hei­zung verzichten, denn sie werden hauptsächlich passiv von der Sonne er­wärmt.

 

Der Passivhaus-Standard bedeutet nicht nur eine Energieeinsparung, die sich für Bewohner und Umwelt positiv auswirkt, sondern auch eine Erhö­hung des Wohnkomforts: Zum einen nimmt die Behaglichkeit zu, denn durch die gute Wärmedämmung und die Dreischeiben-Wärmeschutzvergla­sung strahlen weder Fenster noch Wände ungemütliche Kälte ab. Zum an­deren sorgt die Lüftungsanlage für zusätzlichen Komfort: Ohne das Fenster öffnen zu müssen, kommt frische, und im Winter angewärmte Luft ins Haus. Natürlich kann und darf man, so gewollt, die Fenster öffnen.

 

Mit europaweit über 6 000 gebauten Wohneinheiten ist das Passivhaus der am weitesten verbreitete Baustandard mit sehr hoher Energieeffizienz. In zahl­reichen Messungen wurde bestätigt, dass der Heizwärmebedarf von Passiv­häusern tatsächlich über 80 % niedriger ist als bei vergleichbaren Neu­bau­ten. Der hohe Wohnkomfort im Passivhaus ist für die Bewohner eben­so erfreulich wie die vernachlässigbaren Heizkosten. Das Passivhaus-Konzept beschränkt sich nicht auf Wohngebäude: Büros, Kindergärten, Schulen und Turnhallen haben sich auch schon als Passivhäuser bewährt. Darüber hinaus eignen sich Passivhauskomponenten auch für die Moder­nisierung von Altbauten.

 

 

Das A und O im Passivhaus: bestmögliche Wärmedämmung

 

Ohne eine dicke Wärmedämmung geht im Passivhaus nichts: Gut ge­dämmte Außenwände, Dächer und Decken sind die Garanten für wenig Wärmeverlust. Durch die dicke Dämmung bleiben Passivhäuser auf der Innenseite im Winter warm und im Sommer kühl. Dadurch steigt der Wohn­komfort und Feuchteschäden durch Tauwasserbildung sind ausgeschlos­sen. Die Dämmstoffdicken bei Passivhäusern liegen in einem Bereich zwi­schen 25 und 50 cm. Passivhäuser sind damit mollig warm eingepackt; die dicke Dämmung sorgt wie eine warme Federbettdecke dafür, dass die Eigenwärme erhalten bleibt.

 


 

 

Nie mehr dicke Luft! Passivhaus bietet Komfortlüftung

 

Eine spürbar verbesserte Luftqualität in allen Räumen bietet die Komfort­lüftung im Passivhaus. 25 bis 30 Kubikmeter Frischluft pro Stunde und Per­son sind für eine gute Luftqualität erforderlich. In Wohnungen für 3 bis 5 Personen kommt man so im Normalzustand zu Frischluftvolumenströmen von 90 bis 150 m³/h. Eine kontinuierliche Durchströmung ist wichtig, sie garantiert auch die dauerhafte Entfeuchtung.

 

Die Komfortlüftung im Passivhaus kann nur mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung funktionieren: Etwa 80% ihrer Wärme muss die Ab­luft im Wärmetauscher an die Zuluft weitergeben. Das bedeutet im Winter, dass die 20 Grad Celsius warme Abluft die kalte Frischluft auf 16 Grad er­wärmt.

 

Die frische Luft strömt in die Wohn-, Ess-, Kinder-, Schlaf- und Arbeitszim­mer ein, aus dem Bad, der Küche und dem WC wird die verbrauchte Luft abgesogen. Überströmöffnungen an den Türen sorgen dafür, dass auch bei geschlossenen Innentüren die Luft ungehindert strömen kann. So wird eine problematische Ausbreitung von Gerüchen und Schadstoffen in der Woh­nung von vornherein vermieden. Feinfilter sorgen dafür, dass die Rohre sauber bleiben.

 

Das Passivhaus...

 

...ist ein Konzept für jedermann

Jeder Bauherr, Architekt, Bauträger oder Investor kann und darf ein Passivhaus bauen. Das Passivhaus ist keine patentierte Bauweise, sondern ein allgemein zugänglicher Baustandard. Alles zugehörige Wissen ist frei verfügbar, die erforderlichen hochwertigen Produkte werden von zahlreichen unabhängigen Herstellern am Markt angeboten. Wer Wert auf Informationen aus erster Hand legt, ist Mitglied in der IG-Passivhaus, der Informationsgemeinschaft für energieeffizientes Bauen.

 

...ist Spitzenklasse beim Energiesparen

Passivhäuser sind Weltspitze, wenn es um Energieeffizienz beim Heizen geht. Gegenüber dem Mittelwert im deutschen oder österreichischen Gebäudebestand verbraucht ein Passivhaus nur etwa ein Zehntel (!) an Heizenergie. Und dies ist nicht ein Rechenwert, sondern durch Messungen in Hunderten von gebauten Häusern in der Praxis bestätigt. Der Verbrauch ist insgesamt so phänomenal niedrig, dass sich Passivhaus-Bewohner keine Sorgen um Energiepreise machen müssen.


 

...ist ein zuverlässig gesicherter Baustandard

Jedermann kann ein Passivhaus bauen - die Definition dieses Standards ist eindeutig durch die Anforderungen nach dem „Passivhaus Projektierungs Paket“ (PHPP) gegeben. Eine Reihe von Ingenieurbüros bieten Qualitätssicherung für den Bau von Passivhäusern an; das Passivhaus Institut stellt nach Prüfung ein Zertifikat aus. Der Baustandard hat sich seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten bewährt; das erste Passivhaus ist nun schon seit 1991 bewohnt.

 

...baut auf bewährte erstklassige Baukomponenten

Passivhäuser müssen rein äußerlich nicht als etwas Besonderes erkennbar sein; es sind vielmehr ganz normale Gebäude - die Qualität steckt in den Bauteilen. Eine superdicke Dämmung, sehr gute Luftdichtheit, hervorragende Passivhausfenster und eine hocheffiziente Lüftungswärmerückgewinnung sind die entscheidenden Komponenten für ein Passivhaus. Die Verwendung dieser Komponenten hat viele Vorteile, nicht nur, dass damit Energie gespart wird. Die Bauteile sind im Winter an den Innenoberflächen warm, so dass der Schimmelpilz keine Chancen hat. Frische Luft durch das Komfortlüftungssystem trägt zur Wohngesundheit bei.

 

...ist behaglich, kostengünstig und umweltfreundlich

Gut gedämmte Bauteile führen zu besonders hoher Behaglichkeit - im Winter wie im Sommer. Weil die umfassende Verbesserung in den Bauteilen des Hauses integriert ist, lassen sich Passivhäuser kostengünstig realisieren. Durch die extrem hohe Energieeinsparung wird ein bedeutender Beitrag zum Ressourcenschutz und zum Schutz der Erdatmosphäre erbracht. Deshalb wird der Bau von Passivhäusern auch gefördert.

 

...gibt es schon in Ihrer Nähe

Inzwischen wurden mehrere tausend Passivhäuser gebaut; auch in Ihrer Nähe gibt es schon Gebäude, die den besonderen Komfort des Passivhauses integriert haben. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich das einmal aus der Nähe anzuschauen.


 

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